Stefan Bogner – CURVES

Stefan Bogner hat mit seinem Magazin CURVES, dem Automagazin ohne Autos, ein kleines Kunststück geschafft: Die Spezies Autofahrer, Motorradfahrer, Fahrradfahrer und Skater zusammenzubringen. Eigentlich mögen sich die Vertreter dieser Gattungen nicht, teilen aber eine Leidenschaft: Die für Kurven und Berge.

1986, das Jahr seiner Führerscheinprüfung, ist eine Zeitmarke für Stefan Bogner: Erste Unabhängigkeit für den Designer, der seit langem Reisemagazine gestaltet. Und zugleich Beginn einer großen Liebe: Das Auto als Rückzugsort, als Ruheort, zum Musikhören und Abschalten. Vor zehn Jahren fuhr er mit einem guten Freund in die Berge. Fahren um des Fahrens willen, irgendwann fiel dem Designer auf: »Hey, da sind ganz schön viel Radlfahrer unterwegs. Und Motorradfahrer!« Eine weitere Zeitmarke: Die Initialzündung für CURVES – mit dem Gedanken, ein Automagazin zu machen ohne Autos.

Ohne Kundenauftrag, ultraleicht und gegen alle Regeln konzipiert ist das Magazin, dessen Stil Bogner griffig als Mischung aus Quentin Tarantino und Sophia Coppola beschreibt: Brachial, poppig und wuchtig der eine, ätherisch und elegant die andere, »Ach, Feenstaub!« lächelt Stefan Bogner zur Erheiterung seiner Zuhörer. Ganz wichtig in CURVES: Karten. So wie Herbert Lechner das in seinem Vortrag beschrieben hat – als Verortungen von Sehnsuchtsorten. Das passt zum Konzept von CURVES, dessen Liebe dem Unterwegssein gilt, dem Fahren um des Fahrens willen, dem Entdecken und Finden dessen, was man eigentlich gar nicht gesucht hat.

Curves ist eine Art menschenleeres Roadmovie auf bedrucktem Papier. Es beschreibt Strecken und Fahrten, über kleine und größere Straßen, mit dem Auto, dem Fahrrad oder Motorrad. Zeigt opulente Bildstrecken aus grandiosen Panoramen von Straßen, die sich mit ihren Asphaltkurven in die Landschaft schmiegen. Ein Magazin, das zu Gedankenreisen einlädt und dazu, diese Reisen entweder tatsächlich zu unternehmen – oder sich der eigenen Fahrt durch die Kurvenlandschaften zu erinnern.

Auf der Suche nach Vertriebspartner und Marketing spielte das Prinzip Zufall eine große Rolle: Erst ein Kontakt zu einem großen Verlag, dann eine nervenaufreibende Debatte mit einem Sportartikelvertrieb gleichen Namens. Immerhin: Man einigte sich, sechs Wochen später. Und das erste erschienen Magazin war ein solcher Erfolg, dass Stefan Bogner beschloss: Es muss weitergehen. »Karl Lagerfeld hat gesagt, man muss das Geld zum Fenster rausschmeißen, damit es zur Tür wieder reinkommt«. Ein Satz, den Stefan Bogner beherzigte – und für die Bilder der nächsten Ausgabe kurzerhand einen Helikopter charterte.

Den horrenden Minutenpreisen von 40 Euro zum Trotz überflog er damit Alpenpässe und fotografierte die Straßen, die acht Monate im Jahr nicht befahrbar sind. Bei -35 Grad »ist fast alles eingefroren, meine Kameras und meine Finger. Aber man kriegt so fantastische Bilder ....« schwärmt Stefan Bogner mit glänzenden Augen. Seine Begeisterung und die klare Ansage, dass für ihn Geld nicht im Vordergrund steht, sondern Leidenschaft für sein Magazin CURVES, hat auch Porsche überzeugt, bei CURVES einzusteigen. Insgesamt 150.000 verkaufte Exemplare sind eine klare Ansage: CURVES ist erfolgreich. Print lebt. Fortsetzung folgt.

Stefan Bogner im Netz: curves-magazin.com

 

 
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