SPECIAL FOOD- UND DRINK-SESSION

MO:DE6 CHARLES ist neu und entstanden unter dem Dach der AMD/Akademie für Mode und Design München, im Rahmen eines Lehrauftrags von Yvonne Fehn, Markus Rasp und Tobias Streicher.  

Das Team hatte gemeinsam eine zündende Idee: Was, wenn sich das Magazin einer einzigen Persönlichkeit widmet? Denn eigentlich müsste man Modemagazine neu erfinden. Es einfach machen. Wer könnte besser zu diesem Konzept passen als die Münchner Stil-Ikone Charles Schumann? Die Themen hat der Studiengang gemeinsam mit seinen Lehrbeauftragten im Gespräch mit Charles Schumann entwickelt. Ein pralles, sattes, stilvolles Produkt sollte daraus werden, mit einer speziell auf das Magazin abgestimmten Kampagne aus Plakaten und Postkarten.

Eine Fotoserie über Hähne, Cocks, aus denen sich die Bezeichnung Cocktail angeblich ableitet, gehört zu Schumanns Lieblingen. Stil statt Style, »ich habe Wohnanzüge, ich wohne in Anzügen« sagt der wohl berühmteste Barkeeper Deutschlands über seine Anzüge, die er teils schon seit Jahren besitzt. So wie er einen Schneider hat, der für ihn seit Jahren Anzüge nach Maß fertig. Eine Herausforderung der besonderen Art an die Lehrredaktion: Aus der bewegten Biographie von Charles Schumann die wesentlichen Aspekte herauszudestillieren, die sich im Magazin wiederfinden sollten.

Gespräche mit Christiane Arp, Chefredakteurin der Vogue, über Schönheit, mit Eckart Witzigmann über Gemüse, mit zahlreichen anderen Szenegrößen über Kultur, Stil, und artverwandte Themen. Bildsequenzen über das Thema Zeit, ein Beitrag über Brot und dessen grundlegende Bedeutung für Charles Schumann. Die Lieblingsrezepte von Schumann, umgesetzt in einer opulenten Fotostrecke. Spannende Frauen, porträtiert mit ihren Lieblingscocktails. Eine Story über Boxsport, eine über das Meer. »Immer ans Meer. Die Freiheit und das Reisen.« Charles Schumann zieht das Reisen der Sesshaftigkeit vor, ob in Biarritz oder anderswo am Meer. Die Bilder dazu sind ein melancholischer Exkurs in die Vergangenheit.

Das sind wesentliche Bestandteile der Konzeption des Heftes, die das Magazin zu einem Porträt eines Menschen machen, zu einer persönlichen Sammlung der Puzzlestücke aus Erzähltem und Erlebten, aus Erspürtem und Erdachten. MO:DE6 ist mehr als nur ein Magazin. Es ist ein narratives Komplettkonzept in visueller Großzügigkeit, das Lebensart widerspiegelt, eine Wundertüte aus Kultur und Kultiviertheit. Nebenbei erzählt es so ganz anders über Mode erzählt, als man das gemeinhin von den Fundstücken am Zeitungskiosk gewohnt ist. Getreu einer schlichten Maxime, die sich in zweierlei Betonung als höchst unterschiedliche Aufforderung lesen lässt: »Mach es einfach.«

Sabine Resch, die Leiterin der AMD, fand es eine spannende Herausforderung, sich mit einer Ikone wie Charles Schumann auseinanderzusetzen. »Neu denken, das ist das eigentlich spannende an dieser Magazin-Entwicklung: Wofür eine Vogue nochmal machen, wenn es sie schon gibt?« Charles Schumann schmunzelt: Warum er sich auf das Experiment eingelassen hat, weiß er selbst nicht so recht. Neugier auf die Arbeit mit jungen Menschen war er, hatte Spaß an der Produktion. »Vielleicht macht ja endlich mal einer vernünftige Fotos von mir, so als Auslaufmodell.« Eine eher augenzwinkernde, leicht kokette Randbemerkung der Szenegröße, dessen elegante, ästhetische Modefotos für Baldessarini zu den bekanntesten Werbekampagnen gehört.

Eine heitere Ergänzung zu MO:DE 6, Cocktails und Baratmosphäre ist das junge Weinmagazin Schluck von Christian Schärmer. Ungeschliffen und rauh in der Aufmachung, ein bisschen Punk, ein bisschen Provokation, nennt sich Schluck selbstironisch »das anstößige Weinmagazin«. Als Chefredakteur konnte Schärmer Manfred Klimek gewinnen – eine Idealbesetzung, weil Klimek nicht nur als Fotograf für ein anderes Weinmagazin entsprechende Branchenkenntnisse mitbrachte, sondern auch ein eigenes Weingut betreibt.

Schluck ist ein professionell konzipiertes, reines Leidenschaftsprojekt, das von der Langeweile angesichts etablierter Weinmagazine beflügelt wurde. Die Nische ist für die Macher von Schluck kreative Herausforderung, jenseits der üblichen Trampelpfade der Branche einen Platz zu finden, Denkanstöße jenseits des Mainstreams zu geben. Guten Journalismus wollen Schärmer und seine Kollegen machen, für sie gibt es keine geschützten Zonen. Ihre Idee eines »anstößigen« Magazins ähnelt der unkonventionellen Haltung vieler Winzer, die zu den jungen Wilden der Weinbranche gehören und mit ihren Weingütern von der Produktion bis zur Vermarktung konsequent neue Wege gehen.

Charles Schumann im Netz: schumanns.de
Sabine Resch-Pilmes im Netz: amdnet.de
Christian Schärmer und sein Magazin im Netz: www.schluck-magazin.de

 
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