Mark Porter – Designer aus Leidenschaft

Er gehört zu den Urgesteinen des Editorial Design, seit langen Jahren gestaltet er Magazine, Zeitungen, Bücher, Digitale Produkte fürs Internet, TV Design, von denen zahlreiche mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden: Mark Porter, Designer aus Leidenschaft.

Von Print zu Digital bis Broadcast spielt Porter virtuos mit unterschiedlichster Gestaltung, ist Wandler zwischen den Welten zwischen Druck und Digitalität. Und eigentlich, das wird zu Beginn seiner Keynote klar, ist Porter »passionate about print«. Gestaltung zum Anfassen, beeinflusst von vielen Designern, allen voran Tibor Kalman.

Die Welt der Bilder hat es Porter angetan. Bis zu 10.000 Bilder für eine einzige Print-Ausgabe eines Magazins, das ist eine rekordverdächtige Zahl. Kombinationen aus Still Life Fotografie, aus »forensischer« Objektfotografie und Reportagebildern erzählen brillant recherchierte Stories. Porter arbeitet mit großformatigen Doppelseiten, weißem Hintergrund für Bildstrecken, die den visuellen Informationen und erzählten Geschichten Luft zum Atmen lassen. Es ist ein lustvolles, überaus lebendiges Zusammenspiel aus Fotografie, Typografie und Illustration (die mitunter eher spielerischen Skizzen ähnelt).

Zu den bekanntesten Beispielen der Arbeit von Mark Porter gehört der umfangreiche Relaunch von The Guardian. Ein erfolgreiches Projekt, das Maßstäbe des Storytelling gesetzt hat in der internationalen Zeitungslandschaft. Verschiedene Layout-Systeme wie ein seitenbezogenes »grid system«, ein Typografie-System sowie ein Cover-System schaffen erleichtern der Redaktion des Guardian die Arbeit mit dem vorgegebenen Design. Was sich im ersten Moment relativ starr anhört, bietet überraschende Flexibilität für den tagesaktuellen Arbeitsalltag bei The Guardian.

Parallel hat Digitalität Forsters gestalterische Arbeit beeinflusst: Was zu Beginn der Digitalära eher begleitender Einfluss unter vielen war, ist mittlerweile ein wesentlicher Tätigkeitsbereich des Designers. Content und Form finden zueinander, für verschiedene Auftraggeber von The Guardian bis zu chinesischen Zeitungen, vom Desktop bis zum mobilen Endgerät und zur App. Für Porter liegt die Zukunft des Editorial Design vor allem in der Mobilität: »Mobile IS the internet«, aus Code werden digitale Produkte geschaffen, die Inhalte konsequent mit Gestaltung zu einer Ästhetik verbinden, die jederzeit übertragbar ist auf unterschiedlichste digitale Formate und ebenso unterschiedliche Ausgabegeräte.

El Nacional gehört dazu, als neues, innovatives Projekt: Eine Tageszeitung, die mit vielen visuellen Elementen arbeitet, smart angebunden an Social Media. Interaktiv, aus einer Vernetzung unterschiedlichster Informationen von Audio über Video bis Fotos, Illustrationen und Text. Mark Forster ist sicher: Wer zu seinem Publikum sprechen und seine Leser erreichen möchte, muss sich genau dorthin begeben, wo sie sind. Snapchat, Facebook Instant Articles und viele Features der Sozialen Netzwerke sind für den Gestalter Bausteine dieses gestalterisch dichten Netzwerks der Informationen, die zu einem einzigen, intelligenten digitalen Projekt verschmelzen.

Internazionale, das italienische Magazin, erscheint wöchentlich als Printausgabe. Mit unverwechselbarer typografischer Handschrift – und übersetzt in eine Website nebst App, deren Ästhetik nicht etwa Print in Digital kopiert, sondern zu einer höchst eigenständige Form der Präsentation wird. Was in Printprodukten ein Dreiklang aus Content, Identität und Interface ist, ändert im Digitalen lediglich seine Reihenfolge: Interface, Identität und Content, zusammenfügt zu multimedialer Funktionalität.

Daraus resultiert das designerische Credo von Mark Porter, das sich wohl am besten so beschreiben lässt: »Die Dinge auseinandernehmen, neu zusammensetzen, komplett neu erfinden«. Eine Herausforderung, um in leichtfüßiger Mischung aus kindlicher Neugier, Entdeckungslust und überbordendem Spieltrieb gestalterische Zukunft zu schaffen. Denn das beste Editorial Design ist immer noch eine direkte Antwort auf den Inhalt, ob Magazin, Website, App oder TV-Format.

Mark Porter im Netz: www.markporter.com

 

 
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