Horst Moser – INTRODUCTION FOOD MAGAZINES

Horst Moser sammelt. Magazine, natürlich, als Designer von Magazinen. Vor allem aber hat der Gestalter eine herausragende Sammlung von Food-Magazinen: Eine papierne Welt von Genuss und Sinnlichkeit.

Food hat sich gewandelt, ist Erotik und Kunst, ist Selbstdarstellung. Dazu gehört für Horst Moser Lebendigkeit und Provokation, der genüsslich das Flaggschiff der Food-Magazine, den »Feinschmecker«, zerlegt. Für Moser ist das Heft vor allem Hort der gepflegten Langeweile und klinisch sterilen Fotografie, die zusammengewürfelt und zufällig daherkommt. Auch »vegan« ist eher ein Reizwort: »Das muss nur draufstehen, dann ist das schon schick.« grantelt Horst Moser.

Wie anders kann man dagegen Food präsentieren: Beef!, das innovativ gestaltet und getextet ist. Und welche noch ganz anderen gestalterischen Wege könnte man gehen, gäbe es mehr Fantasie in den Verlagen, mehr Wagemut, mehr Lust an der Provokation! Schräge Magazine wie Root + Bone gehören dazu. Vor allem aus dem Bereich der Independent Magazine kommen erfreuliche Neuentwicklungen: Walter Greenz und sein »Lucky Peach«, das mit Humor und Abwechslungsreichtum von Illustration bis Fotografie über Rezepte, Reisen und kulinarische Genüsse aus aller Welt berichtet, über Essen als Kulturform, eine Art Identitätsstiftung, die über alle Grenzen verbindet.

Die Magazine, die Horst Moser sammelt und schätzt, sind anders: In ihrer Komposition aus opulenten, sinnlichen Bildinszenierungen ebenso wie in der Beschreibung von Gerichten und Rezepte, die in manchen Publikationen auch im chinesischen oder japanischen Original mit Übersetzung zu finden sind. Es sind die Überraschungsmomente, die Moser fesseln: Rückseiten von Pfannen, die mit ihren Gebrauchsspuren über die Leidenschaft des Kochens erzählen. Modestrecken über Küchenschürzen, Reportagen über japanische Messer, ungewöhnliche Zutaten, vergessene Obst- und Gemüsesorten, mit handgeschriebenen Rezepten.

Doghouse gehört zu den Stücken der Sammlung: Ein Magazin, das britische Pubs porträtiert, ihre Besucher, skurrile Situationen einfängt und beschreibt. Die Mischung macht's, meint Moser. Eigenständige Ästhetik, gepaart mit ungewöhnlichen Stories, das ist ihm wichtig - als Gestalter ebenso wie als Sammler und ... Genießer. Das macht für Horst Moser genau den Moment aus, in dem der Funke der Begeisterung vom bedruckten Papier auf den Leser überspringt, ihn nicht nur zum Blättern und Entdecken animiert, sondern auch zum Genießen, zum gemeinsamen Kochen, Backen und Essen.

Horst Moser im Netz: http://www.independent-medien-design.de/

 

 
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