Francesco Franchi

»Print ist nicht tot, sondern riecht nur komisch!« Francesco Franchi liebt Magazine. Und denkt. Intensiv. Über neue Vertriebsmodelle wie das Kioskafé: Beim Kaffee gemütlich in Magazinen blättern, Print entdecken und die Kombination aus Entschleunigung genießen, ist für ihn ein Weg der gemächlichen Annäherung an das zu Unrecht Totgesagte.

Designer gehören dazu: In neuen Rollen, die von herkömmlichen Regeln und Grenzen befreit gehören. Zurückschauen auf spannendes Design, das dafür Ansätze liefert mit wegweisenden Magazinen und den Zutaten, aus denen heute Neues wird. Neu denken heißt also die Herausforderung – für formale Kriterien ebenso wie für Inhalte, Visualität, Sprache und gestalterische Umsetzung eines überzeugenden Gesamtkonzepts. Ein Kupferstich aus dem Archiv von Francesco Franchi zeigt, was der Designer damit meint: Eine Arbeitsgruppe aus Zeichnern, Bildhauern und anderen Künstlern der Renaissance setzt er gegen moderne Arbeitsaufteilung im Newsroom. Ein nach vorne, in die Zukunft gedachtes Konzept, das mit Blick zurück gar nicht mehr so neu ist. »... nicht tot, es riecht nur komisch.« Genauso wenig neu wie die Übersetzung von Informationen in Illustration: Das Prinzip der Infografik, das zu den erfolgreichsten Werkzeugen der Wissensvermittlung zählt. Voraussetzung für deren Funktionieren ist die enge Verbindung von  Journalismus und Recherche mit Visualisierung.

Franchis Vortrag ist ein leidenschaftliches Plädoyer für konzentrierte Teamarbeit statt »eierlegender Wollmilchsau«. So wie Infografiken ohne Hintergrundwissen und Recherche ihre Überzeugungskraft verlieren, ist Storytelling für den Designer ein Zusammenspiel mehrerer gestalterischer Ebenen, die ineinandergreifen. Sinnvoller Weise in enger Zusammenarbeit zwischen Gestalter, Fotograf und Texter, die gemeinsam aus hochspezialisierten Einzelbausteinen ein komplexes Ganzes schaffen. Franchis Gestaltungsentwürfe sind über die inhaltliche Verknüpfung unterschiedlicher Elemente überaus spannende Konstrukte. Einem gestalterischen Raster folgend, bleibt nichts dem Zufall überlassen oder lässig. Alle Gestaltung folgt einem individuellen Rhythmus aus Proportionen und Seitenverhältnissen, Schrift- und Bildgrößen. Aus dieser fast mathematischen Konstruktion von Magazin- und Zeitungsseiten entsteht ein stetiger Nachrichtenstrom, ein narrativer Rhythmus mit unterschiedlicher Modulation. Eine Art komplexer Architektur aus Nachrichten und Informationen macht Inhalte lebendig, bringt sie buchstäblich zum Klingen. Beim Betrachter und Leser erzeugen sie so Echo und Widerhall, werden leichter verständlich und einprägsam. Unabhängig vom jeweiligen Format, ob Zeitung, Tabloid, Magazin oder Desktop – auf diese Weise entwickeln Informationen erzählerisch überzeugende Kraft.

Francesco Franchi im Netz: http://www.francescofranchi.com

 

 

 
Letzte Beträge
28. Februar 2016
CLOSING NOTE
27. Februar 2016
Stefan Bogner – CURVES
27. Februar 2016
Kirsten Algera – MCGUFFIN
27. Februar 2016
QVIG
26. Februar 2016
Lars Harmsen – 100FOR10
26. Februar 2016
Session Photographers
26. Februar 2016
Session The Netherlands
26. Februar 2016
Erich Nagler – MEDIUM
26. Februar 2016
Francesco Franchi
25. Februar 2016
Michael Ray – ZOETROPE
25. Februar 2016
Nelson Ng – LOST
25. Februar 2016
Steve Watson – STACK