Dr. Patrick Rössler – ILLUSTRIERTEN IKONEN

90 Exponate in der Ausstellung »Illustrierten Ikonen« sind ein spannender, vergleichsweise winziger Ausschnitt von Prof. Dr. Patrick Rösslers beeindruckender Sammlung www.illustrierte-presse.de, die über 650 Ausgaben der wichtigsten Magazine der 1920er Jahre digitalisiert bereitstellt und mehr als 75.000 Druckseiten mit über 50.000 Abbildungen inhaltlich erschließt.

Begleitend zur QVED ist diese Präsentation konzipiert worden – als Überblick der ikonischen Qualität von Zeitschriften. Rössler geht es in seiner Forschung und Sammlung nicht um einzelne Bilder, Titel. Ihn fasziniert die Gesamtwirkung von Magazinen, die ihre Betrachter beeinflusst und inspiriert haben. Mit ihren gestalterischen Elementen, beispielsweise den Collagen John Heartfields oder Robert Capas Fotos, sind diese Magazine Teil eines politischen und gesellschaftlichen Kulturguts, des visuellen Gedächtnisses ihres Publikums geworden. Eben zu Ikonen.

In der Ausstellung versucht Rössler, für die Zeit zwischen den Weltkriegen den »Illustrierten-Ikonen« nachzuspüren. Die Titel sind heute größtenteils schwer zugängig sind, weil sie in ihrer Zeit als wertlos, als Verbrauchsware erachtet wurden, sind heute bestenfalls in Archiven zu finden. Dennoch lohnt sich ihre Entdeckung und Erforschung – um ihres Potenzials willen, das noch heute nachwirkt, Gestalter inspirieren kann durch zeitlose Elemente und Details einer beeindruckend intensiven Ästhetik.

Wichtig für Prof. Dr. Patrick Rössler ist der historische Rückblick auch aus einem anderen Grund: Die Darstellung von Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Krisen der 30er Jahre sind für ihn ein Menetekel heutigen Geschehens. So wie die Zeitschrift »Der Vagabund« eine Obdachlosenzeitung der Zwischenkriegszeit ist, deren historische Idee sich in heutigen Magazine wie beispielsweise »Hinz und Kunz« wiederentdecken lässt. Geschichte, die sich nicht nur in Ereignissen wiederholt, sondern auch in Gestaltung – eine spannende Einsicht, die »Illustrierten Ikonen« den Betrachtern vermittelt. Formate von Magazinen, die aus Lebenspraxis entstanden sind: Zeitschriften als Begleiter während des täglichen Pendelns von Berliner Vororten in die Großstadt, an den Arbeitsplatz. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts etwas Neues, verbunden mit einer ebenso neuen sozialen und gesellschaftlichen Entwicklung, die heute alltäglich und völlig normal ist.

Die zeitlose Aktualität der »Illustrierten Ikonen« offenbart im historischen Rückblick, dass auch mediale, publizistische Schlachten um Aufmerksamkeit und öffentliche Meinung nicht neu ist: Schon vor dem Dritten Reich bieten Zeitschriften – wie beispielsweise »Eulenspiegel« - täglich scharfe Angriffe auf politische Gegner, entblößen Kontrahenten und zeichnen in fast prophetischer Weise kommende Entwicklungen auf. »Man hätte es kommen sehen können.« stellt Patrick Rössler lakonisch fest. »Das ist der Stoff, aus denen Ikonen gemacht sind.«

Begleitend zur Ausstellung ist der Katalog »Illustrierten Ikonen« erschienen. Anhand der Exponate, die in Bild und Text vorgestellt und erläutert werden, wird die Bandbreite der Magazinkultur dieser Epoche ebenso deutlich wie ihre wichtigen Diskursfelder, die das Medium vor allem durch Bildberichterstattung mit prägten.

Prof. Dr. Patrick Rössler im Netz: www.illustrierte-presse.de

 
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