Andreas Baier – Unternehmensfotografie bedeutet, daß Entscheidungsträger gut aussehen.

»Wenn man Dinge plant, gehen sie garantiert schief.« ist Andreas Baiers Grundsatz, mit dem er sich seiner fotografischen Arbeit annähert und Chaos als Quelle für Kreativität, Überraschungsmomente als Motor für ungewöhnliche Visualisierungen nutzt.

Der Fotograf, der für viele unterschiedliche Auftraggeber des Corporate Publishing, für Magazine wie «stern», «Merian», «Globo», «GEO»arbeitet, ist auch Filmemacher, Konzeptkünstler, Texter. Seine Spezialität sind Inszenierungen: Ob Porträts oder Still Life, Baier lebt seine mitunter skurrilen, schrägen, provozierenden und sehr humorvollen Bilder. Beispiele dafür? Bitteschön: Ein Porträt des Schauspieler Rainer Hunold – mit einem ermordeten Gartenzwerg auf dem Tresen im Vordergrund des Porträts. Der Gestalter Eric Spiekermann, der fast völlig hinter dem Bildschirm seines Computers verschwindet und zu einem Wesen aus Brille und Augen wird. Klaus Honnef, Kunstkritiker, -sammler und Kurator, sitzt vor einer Glaswand mit diffusem Licht. Markus Lüpertz, der Künstler, verschwindet fast völlig im Schatten. Bazon Brock, Philosoph und Künstler, scheint umgeben von einer vielfarbigen Aura.

Oft sind es Strukturen von Hintergrund, von Licht und Linien, die Baier als erstes wahrnimmt – und als Gestaltungselemente seiner wortlosen Erzählungen über die Menschen nutzt, denen er begegnet.
Sperrige Bilder entstehen daraus, solche, die sich einem Verständnis auf den ersten Blick entziehen. Bilder, die den Betrachter zwar fragend zurücklassen, aber auch neugierig. Neugierig auf einen zweiten, dritten Blick, auf einen Spaziergang in den Bildern, auf der Suche nach ihren Einzelteilen, die sich mitunter erst nach einer Weile im Kopf des Betrachters zu einer tatsächlichen Geschichte, einem Psychogramm der Abgebildeten zusammenfügen.

Andreas Baier, in einer Künstlerfamilie großgeworden, pflegt seinen anarchischen Stil der kauzigen Eigenwilligkeit, die gleichzeitig auch seine Marke, seinen Wiedererkennungseffekt und charakteristische Handschrift ausmacht. »Ich denke immer noch darüber nach, wie man ein Bild macht und tatsächlich das einfängt, was wirklich wichtig ist.« sagt der Fotograf lakonisch über manche Bilder. Wer seine höchst unterschiedlichen, teils klassischen, teils extravaganten Arbeiten betrachtet, erkennt, dass sie sowohl erzählerische Essays sind als auch die Grenzen der traditionellen Fotografie schreiten. Insofern betrachtet Andreas Baiers Statement, dass ein überaus präsenter Künstler mit einer Mischung aus Koketterie und Provokation über sein Werk erzählt.  

Andreas Baier im Netz: http://andreas-baier.format.com

 

 
Letzte Beträge
28. Februar 2016
CLOSING NOTE
27. Februar 2016
Stefan Bogner – CURVES
27. Februar 2016
Kirsten Algera – MCGUFFIN
27. Februar 2016
QVIG
26. Februar 2016
Lars Harmsen – 100FOR10
26. Februar 2016
Session Photographers
26. Februar 2016
Session The Netherlands
26. Februar 2016
Erich Nagler – MEDIUM
26. Februar 2016
Francesco Franchi
25. Februar 2016
Michael Ray – ZOETROPE
25. Februar 2016
Nelson Ng – LOST
25. Februar 2016
Steve Watson – STACK