Agnese Kleina – BENJI KNEWMAN

Wer schon zu Beginn auf der QVED war, wird ihr begegnet sein: Agnese Kleina mit dem großen lila Hut, visuelle Journalistin, Gestalterin und Gründerin des Bookazine »Benji Knewman«.

#MadeinRiga und #curatedfortheworld sind die Hashtags, mit denen die wesentlichen Aspekte von »BenjiKnewman« treffend zusammengefaßt und im Internet auf unterschiedlichen Plattformen auffindbar sind. Das Bookazine, das zweisprachig in lettischer und englischer Sprache erscheint, sieht von Ausgabe zu Ausgabe anders aus. Die erste Nummer noch eher schlicht, die zweite in einen Schutzumschlag gehüllt, der auch als Poster konzipiert ist. Ein passender Hinweis auf das Thema des zweiten Bookazine, das sich damit beschäftigt, was man alles mit dem Werkstoff Papier anstellen kann.

»BenjiKnewman« ist ein spannendes Experiment: Ein Platz, wo jeder sein kann. So wie er oder sie ist. Und die Geschichte Lettlands in internationale Sprache erzählen kann. Über die Besonderheiten eines Landes, seiner Städte und Menschen, über die Begegnungen mit ihnen. So wie die Geschichte von Josef, der weit über 80 ist. Agnese Kleina ist ihm eher zufällig begegnet, über seine Enkelin – und selbstgebackenes, leckeres Honigbrot. Das hat sie neugierig gemacht, sie wollte ihn unbedingt kennenlernen. Daraus wurde eine stille, persönliche Geschichte über Josefs Freundinnen, über Sexualität im Alter, über Beziehungen. Teils heiter, teils melancholisch erzählt. Als sie von der berührenden Begegnung erzählt, spricht Agnese Kleina von auch von ihrer Angst, dass Josef eines Tages nicht mehr da ist. Seine schöne Stimme, davon erzählt sie. Und für einen kleinen Moment schwankt ihre Stimme.

Die Geschichten von »BenjiKnewman« sind von eigentümlicher Dichte und großer erzählerischer Kraft. Sie berühren ihre Leser, mit Augenzwinkern und Humor, in zufälligen, gefundenen oder inszenierten Bildern, mit liebevollen, opulenten Illustrationen. »Menschen haben soviel zu erzählen, darin stecken so unglaublich viele Geschichten, die nicht überhört werden dürfen«, sagt Agnese Kleina mit einem Lächeln. Aus einer Begegnung mit einem Maler werden weitere Begegnungen – mit Menschen, die davon erzählen, was hinter den Gemälden sichtbar wird. Daraus wurde dann auch eine Ausstellung. Geschichten über das ganz normale Leben, die ihrerseits ein Eigenleben entwickeln: Das klappt mit »BenjiKnewman« bestens. Und vor allem deswegen, weil seine quirlige Macherin Agnese Kleina fest davon überzeugt ist, dass »es von allein passiert, wenn Du weißt, warum Du das machst«.

Agnese Kleina im Netz: whimsicalagnesiga.com

 

 

 
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